Tipps zu: Vorzeitige Kündigung des Teleon- bzw. Internetvertrags

Vorzeitige Kündigung des Telefon oder Internet-Vertrags
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Kann ich meine Telefon- bzw. Internetvertrag vorzeitig kündigen? Wann und unter welchen Bedingungen kann ich den Vertrag vorzeitig beenden?

Tipps zu den Möglichkeiten der Vorzeitigen Kündigung von Telefon- und Internet-Verträgen

Wenn man erst einmal einen neuen Vertrag mit einem Telekommunikationsanbieter unterschrieben hat, ist es in den meisten Fällen nicht so einfach, ihn wieder zu kündigen. Denn wie bei allen anderen Verträgen gilt auch bei Telefon- und Internetverträgen, der Grundsatz, dass dieser einzuhalten ist - auch über die sehr lange Laufzeit von 24 Monaten. 
Einige wenige Anbieter lassen aber auch eine vorzeitige Kündigung aus "wichtigem Grund" zu - doch welcher Grund sowichtig ist, dass ein Telekom-
Anbieter seine Kalkulation über den Haufen wirft, ist oft Verhandlungssache. Welche Gründe das sein können und was bei einer vorzeitigen Kündigung beachtet werden sollte möchten wir Ihnen hier erläutern.


Heirat , Krankheit, Umzug - das Leben ändert sich ab und zu. Und der Anbieter?


"Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht vielleicht was Besseres findet." Auch im vielschichtigen Telekommunikationsbereich sollte man diesen Spruch immer im Hinterkopf behalten: Wenn man erst einmal einen Vertrag mit einem Telekommunikationsanbieter unterschrieben hat, ist es oft nicht so einfach, ihn zu beenden. Immer wieder machen seltsame Mitteilungen in den Zeitungen und im Internet die Runde, in denen nicht einmal der Tod des Klienten als Kündigungsgrund akzeptiert wurde - mit der an sich ja logischen Begründung, 
dass ja keine eigenhändig unterschriebene Unterschrift unter die Kündigung vorliege. Oder es werden auch nach einer ordnungsmäßigen Kündigung zum Ende der Vertragslaufzeit weiterhin Rechnungen, gefolgt von Mahnungen, versendet, weil für die Bearbeitung der Kündigung niemand zuständig war, das System nicht funktionierte oder die Hotline keine derartigen Probleme kennt. 
Bei solchen immer wieder auftretenden Beispielen handelt es sich zwar um extreme Fälle, aber um von vornherein Ärger zu vermeiden sollte man sich das Kleingedruckte - die AGB - auf jeden Fall genauer ansehen, bevor man einen neuen Vertrag unterschreibt. Nicht nur bei Mobilfunkverträgen, auch bei den Internet- und Festnetz-Anschlüssen verlangen die Anbieter sehr häufig eine Mindestlaufzeit von erheblichen 24 Monaten, bevor man überhaupt kündigen kann. Das ist eine doch ziemlich lange Zeit, in der viel passieren kann. 
Daher kann es sein, dass man diesen Vertrag schon vor Ende der Mindestlaufzeit wieder kündigen möchte – z.B., weil man umziehen muss, weil man ein neues Studium aufnimmt oder die Arbeitsstelle wechselt. Die großen Anbieter wurden gefragt, wie sie mit derartigen Fällen umgehen - und die Antworten sind im Grunde immer ähnlich ausgefallen: Wenn die Kunden sachliche, vernünftige und nachvollziehbare Gründe angeben, ist eine vorzeitige Kündigung aus Kulanzgründen sehr oft möglich - in vielen AGB ist dann von der 
Kündigung aus "wichtigem Grund" die Rede. Andererseits ist ein sehr wichtiger Rechtsgrundsatz, dass grundsätzlich Verträge prinzipiell einzuhalten sind. Das gilt selbstverständlich auch für Telefon- oder Internet-Verträge über 24 Monate Laufzeit. Schließlich haben sich die beiden Vertragspartner aus freien Stücken an diesen Vertrag gebunden und müssen sich dementsprechend auch aufeinander verlassen können. Ein grundsätzliches Recht auf eine vorzeitige Kündigung gibt es daher nicht, die Praxis zeigt, dass sehr vieles Verhandlungssache ist 
und bleibt.



Wenn es mit dem Anschluss nicht klappt 

Etwas anders sieht die Sache aus, wenn der neue Anbieter vertraglich zugesicherte Leistungen nicht erbringt, z.B., wenn die Leitung wochen- oder gar monatelang nicht freigeschaltet wird oder immer wieder gestört ist. In solch einem Fall empfiehlt es sich, dem Anbieter eine angemessene Frist einzuräumen, um die Probleme zu beseitigen. Am besten kündigt man in dem Schreiben auch gleich an, dass man nach Ablauf dieser gesetzten Frist kündigen und sich nach einem neuen Anbieter umsehen wird, denn man braucht ja einen richtig funktionierenden Telefon- oder Internet-Anschluss. Wird der Anschluss in 
dieser Frist nicht freigeschaltet oder bleibt die Leitung weiterhin gestört, erfolgt die Kündigung. Nach der Auffassung der Verbraucherzentralen kann solch eine vorzeitige Vertragsauflösung in diesen Fällen notfalls auch eingeklagt werden, auch wenn der Anbieter sich auf den Standpunkt zurückziehen sollte, der Vertragspartner könne auf keinen Fall vor Ablauf der Mindestvertragslaufzeit aus dem Vertrag heraus. 


Wichtig: Immer schriftlich kündigen 

Ganz generell sind bei jeder normalen Kündigung ein paar wichtige Regeln zu beachten: Kündigen sollte man auf jeden Fall immer schriftlich, also per Brief oder Fax. Bei E-Mails fehlt leider die persönliche Unterschrift, daher sollte man in diesem Fall auf die normale herkömmliche Schriftform zurückgreifen. Das Kündigungsschreiben muss den Namen des Anschlussinhabers, sowie die Auftrags- oder Kundennummer, eventuell auch noch die Bankverbindung, die bisherige Anschrift, gegebenenfalls auch eine neue Anschrift und selbstverständlich das Kündigungsdatum enthalten. Will man sichergehen, dass diese Kündigung auch ankommt, sollte man sie mit Einschreiben mit Rückschein bzw. mit Telefax an das Telekommunikationsunternehmen senden. In diesem Fall kann man, wenn es zu einer späteren Auseinandersetzung kommen sollte, auch beweisen, ob und wann diese Kündigung ausgesprochen wurde. Bei einer richtigen fristgerechten Kündigung sollte man auch bedenken, dass viele 
Anbieter das Datum vom Eingang der Kündigung bei dem Unternehmen bewerten und nicht das Datum des Poststempels. Auf jeden Fall ist es wichtig, so frühzeitig wie möglich zu kündigen, anstatt es darauf ankommen zu lassen die Frist zu überschreiten. Überlegen Sie es sich dann doch anders, ist es normalerweise einfacher, die Kündigung zurückzuziehen als hinterher nachträglich doch noch zu kündigen. 


Es gibt Sonderfälle: Krankheit, Umzug, Heirat 

Diese Formalien sollten selbstverständlich auch bei allen anderen Kündigungen beachtet werden. Ein Grund für eine vorzeitige Kündigung ist beispielsweise ein Umzug an einen anderen Ort, der von dem Anbieter, bei dem man seinen Anschluss hat, nicht versorgt wird. Hier haben beispielsweise Kabel Deutschland, Versatel und freenet auf Anfrage geantwortet, dass in diesem Fall eine Kündigung akzeptiert würde, vorausgesetzt, der Kunde könne den Nachweis erbringen, dass er in ein nicht versorgtes Gebiet umzieht. Entsprechende Belege können die Kopie des Mietvertrages oder der Meldebescheinigung sein.
Zieht der Kunde dagegen in einen Ort, der ebenfalls versorgt wird, so bestehen die Anbieter zumeist darauf, den Vertrag weiter fortzusetzen. Die meisten Anbieter bieten für diese Fälle sogar einen Umzugsservice an, bei dem Formalitäten wie Anschluss am alten Ort kündigen und am neuen Wohnort beantragen automatisch erledigt werden. Manche dieser Unternehmen lassen in diesem Fall die Vertragslaufzeit aber neu beginnen, man wird also wieder wie ein neuer Kunde behandelt. Vorteil in diesem Fall wäre dann, dass man auch auf weiere oder andere Produkte des Anbieters umsteigen kann, die man aber eventuell lieber haben möchte. In den allermeisten Fällen sollte im Rahmen soch eines Umzugs ein Tarifwechsel beim gleichen Anbieter keine Probleme entstehen. Wenn der Anbieter aber darauf besteht, einen unvorteilhaften Vertrag zu den alten Konditionen, aber mit neuer Laufzeit des Vertrags fortzusetzen, könnte eine Beratung bei der Verbraucherzentrale sinnvoll sein, weil man in diesem Fall einseitig benachteiligt wird und das nicht akzeptieren sollte. 


Argumente: Private Lebensplanung oder höhere Gewalt? 

Es kann sein, dass am neuen Ort nicht die gleichen Leistungen erbracht werden können oder sollen, die man bisher vereinbart hatte. Man nutzte beispielsweise bei der Deutschen Telekom einen Call&Surf Complete Plus Tarif mit 16 MBit/s, am neuen Lebensort ist aber nur DSL mit 2 MBit/s oder weniger verfügbar. Auch in solch einem Fall gilt selbstverständlich die Regel, das Verträge zu erfüllen sind. Ein Umzug falle unter die persönliche Lebensplanung des Vertragsteilnehmers und sei in keiner Weise ein Fall von höhrer Gewalt, wie das etwa bei Soldaten der Fall wäre, die zu einem Auslandeinsatz abkommandiert werden. Die jeweiligen Angebote sind auf die entsprechende Vertragslaufzeit kalkuliert, 
weshalb die Anbieter darauf grundsätzlich angewiesen sind, dass diese Verträge entsprechend eingehalten werden. Dennoch würde die Telekom z.B.
Kunden in diesen Fällen entgegen kommen und beispielsweise den Abschluss einen anderen Produktes am neuen Wohnort ermöglichen, dieses wäre dann allerdings ein neueer Vertrag mit entsprechender Laufzeit, dafür würde der alte Vertrag vorzeitig aufgelöst. 

Schwierig wird es dann, wenn eindeutige Nachweise fehlen. Es kommt z.B. immer wieder vor, dass man beispielsweise ein Zimmer als Zwischenmieter übernimmt, der eigentliche Vermieter aber nichts davon weis und man 
sich entsprechend nicht anmelden kann oder will, weil man keinen richtigen offiziellen Miet- oder Untermietvertrag hat. Auch in solchen Fällen kann man nur versuchen, seinem Anbieter diese Umstände zu erklären, die zu dem Kündigungswunsch führen. Ob man damit durchkommt, hängt vom Verhandlungsgeschick und der Einsicht des jeweiligen Verhandlungspartners ab


Jede Entscheidung ist ein Einzelfall - die Checkliste

Auf die wichtige Frage, ob der Vertrag vorzeitig aufgelöst werden kann, wenn ein Umzug z.B. wegen Krankheit, etwa in ein Pflegeheim, notwendig würde, war die bei allen übereinstimmende Antwort der Anbieter, dass man einen solchen Fall auf jeden Fall kulant handhaben würde, sofern ein entsprechender richtiger Nachweis, beispielsweise von der Aufnahme in ein solches Pflegeheim, vorgelegt werde. Z.B. Kabel Deutschland gab sogar ganz konkret an, dass der Vertrag in einem solchen Fall bereits zum folgenden Tag des Eingangs der Kündigung beendet werden kann, was auch z.B. bei einem Todesfall gilt - hier sei als Nachweis dann eine Kopie der ausgestellten Sterbeurkunde erforderlich. 
Ähnlich konkrete Mitteilungen für diesen Fall gab es von den anderen Telekom-Unternehmen leider nicht, aber auch hier lohnt es sich auf jedem Fall, an den jeweiligen Anbieter heranzutreten und um eine vorzeitige Auflösung des Vertrags zu bitten. Auch bei einem Zusammenzug wegen Heirat oder Partnerschaft, von zwei vorhandenen Verträgen einer gekündigt werden soll, weil nur noch einer benötigt wird, geben sich die Anbieter bei ihren Antworten sehr kulant - hier sollte man mit den jeweils beteiligten Anbietern ins Gespräch kommen, den Fall nachvollziehbar schildern und einmal ganz testen, welcher der kulantere ist. Sind beide Verträge beim gleichen Anbieter geschaltet, sollte die 
Auflösung eines der beiden Verträge mit Nachweisen (gemeinsamer Mietvertrag, Heiratsurkunde, gemeinsame Anmeldung, eingetragene Lebenspartnerschaft oder ähnliches) relativ einfach sein. Hier gehen jedoch die Aussagen der 
Unternehmen und die Realität etwas auseinander. 



Wir fassen zusammen: Bleiben Sie sachlich und geben Sie nicht gleich auf

Man sollte immer bedenken, dass es sich bei solchen Kündigungen oder Vertragsaufbeendigungen immer um Einzelfallentscheidungen handelt. Was im einen Fall funktioniert hat, kann bei einem anderen Fall völlig anders laufen - man darf nicht vergessen, dass auch der Faktor Mensch eine Rolle spielt. Ist man bei dem einen Sachbearbeiter nicht weiter gekommen, weil der gerade keinen guten Tag hatte, lohnt es sich mitunter, sein Anliegen bei einem anderen Ansprechpartner vorzubringen. Natürlich spielt auch das eigene Auftreten eine wichtige Rolle, ein sachlicher und freundlicher Ton im Anschreiben, in dem man mit nachvollziehbaren Argumenten um die vorzeitige Auflösung des Vertrags bittet, ist sicher geschickter als eine vorweggenommene Beschimpfung, falls der Dienstleister den eigenen Wünschen nicht sofort nachkommen sollte. 

Hier nochmals die wichtigen Dinge zusammengefasst: 

-schriftlich kündigen 
-sachlich bleiben 
-gute Argumente sammeln 
-weitere Ansprechpartner: nicht nur den Service, auch die Reklamation 
-nicht gleich aufgeben 
-Kompromiss anbieten 

Am einfachsten ist es natürlich, einen Anbieter auszuwählen, der erst gar keine lange Kündigungsfrist verlangt - hier wäre HanseNet ein positives Beispiel. Die Produkte von Alice können Monat für Monat gekündigt werden. Das ist wirklich sehr vorteilhaft für die Kunden - und der Erfolg gibt dem Anbieter recht. Die Kunden sollen ja schließlich dabei bleiben, weil sie das Produkt sehr gut finden und nicht, weil sie nicht anders hin können. Das verspricht echt guten Service und ist auf jeden Fall nachahmenswert.


Infos:
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01.02.2014

 

 

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